Psssst!

Lärm. Schon nur dieses Wort: Es klingt dermassen laut, dass man das eigene nicht mehr verstehen kann. Versuchen wir doch einmal, «Lärm» leise auszusprechen, zu flüstern. Sehen Sie? – Es geht nicht. Dieser Krach hier, unglaublich. Sogar Menschen, die über Lärm nachdenken schlafen erwiesenermassen später ein, als welche, die in Ruhe darüber sinnieren, wie sie ruhiger schlafen könnten.

Tatsächlich fühlen sich vier von fünf Stadtbewohnern durch Lärm gestört. Die restlichen sind entweder taub oder tot. In diesen Statistiken sind natürlich Tiere – die bekanntlich ebenso wichtig sind wie Menschen – nicht mitgezählt, obwohl sie ganz offensichtlich unter Lärm leiden. Lokale Tierschützer haben zum Beispiel beobachtet, dass Eidechsen viel häufiger an Lärmschutzwänden hochklettern als an Maschendrahtzäunen. Und Katzen, die an vielbefahrenen Strassen wohnen, haben eine deutlich niedrigere Lebenserwartung.

Manche Wohnungen sind so laut, zum Beispiel neben einer Zuglinie oder einer Durchgangsstrasse (warum heisst es eigentlich nicht «Durchfahrtstrasse»?), dass die Menschen am Wochenende an einen ruhigeren Ort gehen. Zum Beispiel an eine Technoparty. Oder an ein Rockkonzert. Manche Wohnungen liegen zwischen einer Zuglinie und einer Durchgangsstrasse. In der Nähe des Flughafens gibt‘ das.

Apropos Flughafen: Viele langjährige Anwohner kennen den Flugplan auswendig. Sie können Ihnen genau sagen, wann welche Maschine über das Quartier hinwegdonnert (bei einer Maschine der «Aeroflot» ducken sie sich). Menschen, die schon lange in der Nähe des Flughafens wohnen, erraten je nach Windrichtung zusätzlich Informationen wie Fluggesellschaft, Anzahl Passagiere und zuweilen auch die Schuhgrösse der Flugbegleiterinnen. Und mehr.

Sie sehen: Lärm kann auch interessant sein und idealen Nährboden für ein neues Hobby bieten. Denken wir das nächste Mal darüber nach, bevor wir uns über sogenannten Lärm aufregen. Vielleicht erraten wir anhand der Geräusche der Nachbarn in der Wohnung unter uns, wer gerade wen schlägt. Oder welche Automarke der Einzeller fährt, der morgens um zwei Uhr den Motor aufheulen lässt. Und wem das alles nicht genug ist, der kann seine Mitmenschen mit etwas Lärm beglücken und sie damit selbst zu einem neuen Hobby inspirieren.

Ich wünsche Ihnen viel Glück! Nächstenliebe ist eben die schönste Liebe. – So, jetzt ist aber RUHE!

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