Da ist der Wurm drin

Sie kennen das: Sie legen ein bisschen Obst in eine Schale und stellen diese auf den Küchentisch. Dann geschieht ein Wunder, mitten in Ihrer Küche: Abrakadabra, plötzlich kreisen Fruchtfliegen um das Obst. Aufgetaucht aus dem Nichts. Die sind überall. Ein Phänomen. Die einzigen lokalisierten Wesen direkt neben dem geschmolzenen Reaktor in Fukushima sollen angeblich Fruchtfliegen gewesen sein.

Stellen Sie sich vor, andere Lebewesen würden ebenfalls urplötzlich auftauchen, einfach so. – Zack, und ein Faultier liegt auf Ihrem Sofa (keine Analogien, liebe Damen!). Oder auf einmal sitzen ein paar Kamele im Bundeshaus. Oder eine Raubkatze spaziert in Ihrem Bad herum, wie in diesem Film da, diesem … – egal, irgendwas mit überhängend. Nein, angenehm wäre das nicht. Und bis anhin – wir schreiben das einundzwanzigste Jahrhundert – hat uns niemand so richtig plausibel erklären können, wie die Fruchtfliegen auf unser Obst kommen.

Einmal wollte mir so ein Biologe weismachen, dass – und jetzt wird’s richtig abstrus – die klitzekleinen Eier dieser Viecher bereits auf dem Obst sind, wenn wir dieses aus einem dieser dümmlichen Plastikkistchen im Einkaufsladen nehmen. Stellen Sie sich das einmal vor! Die Brut von unappetitlichem Ungeziefer auf unseren teuren Lebensmitteln! Sie, liebe Leserin, lieber Leser, werden soeben Zeuge eines neuen Skandals von unüberschaubarem Ausmass.

Na ja, bewiesen ist natürlich gar nichts. Man soll ja nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Selbst Biologen kann man nicht immer trauen (sogar unter Vegetariern gibt es schwarze Schafe – und umgekehrt). Fragt man jedenfalls höflich nach am Gemüseregal, weiss niemand der Belegschaft etwas von Eiern und Fliegen. Als Mann kann es schon mal passieren, dass man höflich aber bestimmt nach draussen begleitet wird, nachdem man einer Verkäuferin Dinge von Melonen, Äpfeln und Eiern versucht hat zu erklären. Ignoranz wird gross geschrieben.

Jedenfalls lohnt es sich als verantwortungsvoller Konsument allemal, bis zur Klärung dieses Umstandes vollkommen auf Obst und Gemüse zu verzichten. Oder wer nicht ganz verzichten kann (sogenannt Süchtige), einfach eine halbe Stunde in siedendem Wasser kochen (also, das Gemüse, nicht die Süchtigen). Bei Tiefkühlgemüse soll das Problem der Fruchtfliegen übrigens weitgehend unbekannt sein. Vereinzelt wurden herumfliegende Schneeflocken um die auftauende Gemüsepackung gemeldet. Mojito on the rocks.

Das Bundesamt für Gesundheit gibt Entwarnung, weshalb wir davon ausgehen können, in wenigen Monaten an verseuchten Lebensmitteln zu sterben. – So, wie es die Natur vermutlich vorgesehen hat: Der Triumph der Fruchtfliege über den Menschen. Amen.

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