Zur Kasse, bitte!

Die Deutschen haben ein schlechtes Gewissen. Im Kollektiv. Sie wissen schon: Wegen dieser Sache da, diesem Weltkrieg. Der ist zwar schon eine Ewigkeit vorbei, das fahle Gefühl jedoch ist geblieben und wird von Generation zu Generation liebevoll weitergegeben. Das ist so ähnlich wie bei der Erbsünde der Katholiken. Nur schlimmer. Einmal war das schlechte Gewissen so gross, dass die Deutschen die EU gründeten.

 

Anstelle von Soldaten wandern heute eine ganze Menge Kröten gen Osten. Dem Frieden zuliebe, sozusagen. In den Süden auch. Alle wollen schliesslich den Frieden. Und eine prosperierende Wirtschaft ebenfalls. Beides konnte durch die Europäische Union erreicht werden. Mit Ausnahme der prosperierenden Wirtschaft. Aber daran arbeitet man (jedenfalls in den nördlichen Ländern der EU).

 

Hätten die Deutschen kein schlechtes Gewissen, dann würden sie vielleicht sagen «nein, wir wollen nicht für die ärmeren Länder bezahlen» und die südlichen Länder der EU würden vielleicht sagen «so so, die Deutschen wollen nicht für uns bezahlen» und die Union, die Europäische, würde sich vielleicht zerstreiten und womöglich sogar auflösen. Eventuell würde es ja Krieg geben, einen Weltkrieg. Nicht auszudenken!

 

Da ist es Europa schon lieber, dass die Deutschen ein schlechtes Gewissen haben. Hoffen wir bloss, dass es möglichst lange anhält.

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