Das Fade im Fadenkreuz

Das wesentliche Merkmal von Menschen, die sich gesund ernähren ist, dass die ziemlich ungesund aussehen. Ja, blass und mager. Und irgendwie unglücklich. Wissen Sie, gesund essen heisst ja heute nicht weniger als: Kein Fleisch, kein Gemüse aus unfairer Haltung und nichts, was gut schmeckt. Freudlos fleischlos sozusagen.

Fleisch ist ja sowieso des Teufels. Und wenn wir nicht genau wissen, dass dieses Steak von einer Kreatur stammt, die zufällig von einem biologisch ernährten Esel nachhaltig gezogenen Wagen überfahren worden oder durch Suizid gestorben ist, spielt zusätzlich das enorm schlechte Gewissen mit. Man tötet Tiere und isst sie. Ekelhaft.

Wer einmal einen Tofuklumpen geschlachtet hat, weiss den Unterschied zu schätzen: kein Fett, kein Blut und keine Innereien, keine Gedanken darüber, ob die Sojapflanze genügend Auslauf, genügend Licht und wenig Hormone abgekriegt hat. Absolut nachhaltig und intellektuell nachvollziehbar – Einfach herrlich!

Und: Gebraten mit Atomstrom. Manchmal löst sich auch ein bisschen der Teflonbeschichtung Ihrer Pfanne und vermischt sich mit der handgepflückten Hirse unseres Couscous. Oder wir erfahren aus der Zeitung, dass die Nahrungsergänzungs-Vitamine – die wir aufgrund unseres wohlbringenden Fleischverzichts täglich schlucken müssen – in neun von zehn Fällen zu einem plötzlichen Herzstillstand führen.

Fazit: nachhaltige Ernährung ist so wahr wie die Mär vom Schnee aus Frau Holles Bettlaken (für Wintersportorte: Wie die Mär vom Schnee, der vom Himmel fällt). Wenn man ganz kleinlich alle Faktoren der Produktionskette einrechnet, dann gibt es gar keine nachhaltige Ernährung. – Ausser, wir essen unsere Nasenpopel. Und gerade bei Männern spielt eben am Tisch der psychologische Effekt auch eine wesentliche Rolle, weshalb Fleisch auf den Teller kommen muss. Das archaische Ego isst eben auch mit: Der Sieg über die Kreatur ist unvergleichlich! – En Guete!

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Eine Antwort to “Das Fade im Fadenkreuz”

  1. aussteiger Says:

    der mensch „benutzt“ exzessiv und permanent hochsoziale, angst- und schmerzempfindliche lebewesen. mehrere millionen tiere werden täglich allein in unserem land einer institutionalisierten ausbeutung unterzogen.
    nicht zuletzt folgt die abartige vernichtung sogenannter „nutztiere“ in speziellen tötungsanstalten. die systematisierte unterdrückung funktioniert, weil die mehrheit schweigt, unbekümmert konsumiert, in sich hineinschlingt und skrupellos mitmacht.

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