Der kleine Unterschied

Im Endeffekt ist alles eine Frage der Differenzierung: Waffen können, müssen jedoch nicht gefährlich sein. – Nein, ein Schiessgewehr kann auch zu viel ruhigerem Schlaf verhelfen (und damit ist nicht der Tod gemeint). Was soll ein strammer Schweizer denn bitte schön machen, wenn jemand sein ehrlich verdientes Hab und Gut klauen will? – Eben: Durchladen und draufhalten. Schon mancher Gärtner hat so seinen Aufenthaltsort ein paar Meter tiefer verlegt, weil er spätabends an den Arbeitsort zurückkehrte um die vergessene Rasensprenganlage auszumachen. Oder die Hausherrin.

Die meisten Todesfälle passieren sowieso als Folge von Missverständnissen. Am eindruckvollsten ist dieser Fakt im Film «Rambo – der Auftrag» illustriert. Wobei sich auch hier die Frage aufdrängt: Was hätte denn bitte schön der Protagonist gemacht, wenn seine Waffe nicht sofort einsatzbereit gewesen wäre, sondern deponiert im Zeughaus? – Eben! Der Film wäre noch länger, gerade wenn wir das Arbeitstempo der Zeughausangestellten in Betracht ziehen. Und vielleicht hätten die bösen Kommunisten gewonnen. Wäre ja noch schöner.

Was ja den Weg in die Statistiken und daher in diese schlauen Grafiken niemals findet, sind diejenigen Wehrpflichtigen, die eigentlich eine Gewalttat mit ihrer Ordonnanzwaffe geplant hätten, es aber schliesslich haben bleiben lassen. Vielleicht, weil sie vor dem Affekt nochmals sorgfältig das Dienstreglement der Armee durchgelesen haben. Oder weil sie vergessen haben, wie man das Ding da, dieses Gewehr durchlädt. Oder aus spontaner Unlust, wir wissen es nicht.

Das ist eine dieser berühmten Dunkelziffern, von denen Statistiker oft und gerne sprechen, wenn ihnen die Fakten ausgehen. Wenn die Profis nichts mehr zu sagen haben und ihrer Meinung ein bisschen mehr Nachdruck verleihen möchten, dann halten sie den feuchten Finger in den Wind und sagen Dinge wie «mehr als fünfzig Morde pro Jahr werden in böser Absicht begangen. Die Dunkelziffer ist weitaus höher». Genau.

Das kann man gut finden oder nicht. Es ist – wie eingangs erwähnt – alles eine Frage der Differenzierung.

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