Post – Es gibt immer was zu tun

Neulich in der Post. Oder bei. Paket aufgeben. Nun lebt die Schweizer Post ja ein fortschrittliches, marktwirtschaftlich optimal-obergeiles Konzept, welches dem Kunden nicht nur Briefmarken für verspätet ankommende Briefe und Einzahlungen anbietet, sondern im Namen der Diversifikation auch Süssigkeiten, Zeitschriften und allerlei Dinge, die glücklich machen.

Das ist gut. Was lohnt ist gut. Denn warum soll bitte schön ein staatlich gestützter Verein nicht die unnütze Privatwirtschaft konkurrenzieren und den Gummibären-Fetisch vom herkömmlichen Kiosk weglocken? Niemand malt hier den Teufel an die Wand, nein, es geht um den Inbegriff der Konsumgesellschaft, den – kniet nieder, liebe Postkunden – es geht um den Postshop.

Mir passiert. Zuerst ein Fax senden lassen für schlappe 7 Franken. Ich wiederhole: Sieben Franken! Faxgerät exklusive. Pipifax. Sieben Piepen dafür, dass eine unfreundliche Qualle ein Blatt Papier in eine Maschine hält und die hohle Hand macht. Na ja, alles gelogen: Es war eine freundliche Qualle.

Dann der Test eben dieses high flyer Postshops. Die Mission war, Packpapier zu kaufen. Na ja, warum sollte in einer Poststelle – also, in der Shilpost Zürich, der Mutter aller Poststellen – so etwas absurdes wie Packpapier zu kaufen sein? Gehe ich in eine Metzgerei, um einen Dildo zu kaufen? Na gut, die Synapse „Paket – Packpapier – Post“ war so etwas von gestern. Mein Fehler.

Genau. Anstelle von Packpapier preist mir der Postshop Dinge an wie Werkzeugkasten, Plüschtiere und Atomsprengköpfe. Okay, das dritte war etwas geschummelt, doch insgeheim wäre ich in einer Poststelle bis anhin eher auf die Idee gekommen, Massenvernichtungswaffen zu kaufen als einen Werkzeugkasten. Gehe ich zu OBI Briefmarken kaufen?

Gut. Wir können jetzt hingehen und sagen „Mann, das ist doch cool, das ist der ewig besungene Service Public, warum soll ich neben Briefmarken nicht auch eine Rohrsäge kaufen können, um im knietiefen Wasser die Leitung in meinem Bad zu reparieren?“ Na ja, das stimmt schon. Allerdings sollte eventuell der Inbegriff des Postgeschäftes ebenfalls angeboten werden. Als ob ich an der Tanke kein Motorenöl kaufen könnte und dafür – sagen wir – ein Asthmaspray.

Wie gesagt, niemand will hier lästern. An dieser Stelle vielleicht ein Appell an unsere lieben Postmenschen, Postbeamte oder wie ihr Euch auch nennen möget: Wenn Ihr schon Sch*** verkauft, dann tut das freundlich! Und wenn Ihr das noch nicht so dolle hinkriegt mit der Freundlichkeit, dann einfach nicht resignieren. Lehnt Euch einfach an den Slogan eines famosen Baumarktes: Es gibt immer was zu tun!

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4 Antworten to “Post – Es gibt immer was zu tun”

  1. Damian Says:

    Sehr schön. Wie immer.

    Aber das mit den 7 Franken für ein Fax ist hoffentlich unwahr, oder?

  2. maloney8032 Says:

    Wenn die Post ein privates £unternehmen wäre es mit dieser unternehmenspolitik schon längst Konkurs gegangen..schön dass der Steuerzahler dem so eine Riegel vorschiebt 😉

  3. Cheesie Says:

    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Wenn-die-Post-nervt/story/29591645

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