Cornflakes? – Coop!

Im kürzlich auf diesem Blog erschienenen Artikel Meine Freunde, die Cornflakes wurde die mathematische Komponente der Inhaltsstoffe-Deklaration von Cornflakes durchleuchtet. Also, eigentlich wurde sie nicht durchleuchtet sondern mit einem faustdicken Fragezeichen versehen.

Natürlich wollte ich als verantwortungsbewusster Conflakes-Konsument die Welt nicht mit dieser offenen Frage ins Desaster schicken, wollte die Leserschaft nicht schweissgebadet in der Nacht aufwachen lassen mit eben dieser Frage, was denn nun wirklich die absolute Wahrheit sei über unser aller liebstes Lebensmittel. Und habe den Coop-Konsumentendienst angeschrieben.

Nach ein paar Tagen diese Antwort:

Sehr geehrter Herr ****

Besten Dank für Ihre eMail vom 17. September 2010. Gerne beantworten wir Ihre Frage.

Normalerweise werden Mengenangaben bei Produkten in % gemacht und diese Menge bezieht sich auf den Zeitpunkt der Verarbeitung (Rezeptur).

Bei Produkten, die während der Verarbeitung Wasser verlieren, müssen die ursprünglich eingesetzten Mengen deklariert werden. Das heisst, dass in schlussendlich 100 g des fertigen Produkts unter Umständen mehr Zutaten zugefügt worden sind, da sie noch Wasser verloren haben.

Die Deklaration ist also wie folgt zu lesen: „Für 100g Prix Garantie Corn Flakes werden (unter anderem) 103 g Mais und 4 g Zucker verwendet“.

Gerne zitieren wir einen Auszug aus dem ?Leitfaden zur Umsetzung der mengenmässigen Angaben von Zutaten (QUID) gemäss Art. 20a Lebensmittelverordnung (LMV)? des BAG:

Art. 20a Abs. 3 Bst. a LMV: Abweichend von Art. 20a Abs. 3 Satz 2 gilt:

Bei Lebensmitteln, denen durch Hitzebehandlung oder in anderer Weise Wasser entzogen wurde, ist die Menge der verarbeiteten Zutaten in Massenprozent, bezogen auf das Endprodukt, anzugeben. Übersteigt die Menge einer solchen Zutat oder die Gesamtmenge aller Zutaten 100 Massenprozent, so ist stattdessen die Masse der bei der Herstellung von 100 g des Endproduktes verwendeten Zutaten anzugeben.

Für Rohwurstwaren, die als Mischprodukte bei unterschiedlichen Austrocknungsprozessen der einzelnen Bestandteile gereift in Verkehr gebracht werden, kann die im Zeitpunkt der Herstellung eingesetzte Menge der Zutat in das Verhältnis entweder zum sogenannten „Grüngewicht“ (d.h. vor der Reifung) oder zum Endprodukt (d.h. nach der Reifung) gesetzt werden:

Beispiel: „Pferdesalami ? Fleischerzeugnis aus Pferde- und Schweinefleisch zum Rohessen“

Für 100 kg Rohmaterial („Grüngewicht“) werden 48 kg Pferdefleisch, 29 kg  Schweinefleisch, 19 kg Speck und 4 kg Salz, Gewürze und andere Zutaten. Nach einem Trocknungsverlust von 35 % ergeben sich 65 kg Pferdesalami.

a)      Angabe bezogen auf das Endprodukt (d.h. nach der Reifung):
„100 g Salami aus 74 g Pferdefleisch und 45 g Schweinefleisch hergestellt“. Weil die Gesamtmenge der gequideten Zutaten 100 Massenprozent des Endproduktes übersteigt, ist das Gewicht für die Herstellung von 100 g des Endproduktes anzugeben.

b)      Angabe bezogen auf das Grüngewicht (d.h. vor der Reifung):
„Zutaten: Pferdefleisch (48 %), Schweinefleisch (29 %), Speck, Salz, Gewürze,….“ Da sich der Anteil der wertbestimmenden Zutat einfacher und präziser im Zeitpunkt der Herstellung beziffern lässt und die Konsumentinnen und Konsumenten nicht getäuscht werden, ist bei Rohwurstwaren auch diese mengenmässige Zutatendeklaration möglich.

Genügen Ihnen diese Angaben? Sonst sind wir gerne für Sie da.

Freundliche Grüsse

Coop

I*** *****
Sachbearbeiterin
Konsumentendienst
Tel. 061 *** ** **

Voilà. – Das nenne ich Dienst am Kunden.

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