Das war sie, die WM … na ja

Selten war ein Zeitpunkt so gut gewählt, ein bisschen über die WM zu sinnieren, genauer genommen das ganze Geschehen etwas zu beleuchten, aus unfehlbarer Sicht: Erstens lässt sich das – die Natur will es so – erst nach dem letzten Spiel machen, zweitens haben sich die Iberer inzwischen etwas eingeholt, den massenweise genossenen Sangría ausgeschwitzt (oder in den Seat gek … sorry!) und sich wieder der Arbeit hingegeben (derer Definition bekanntlich national variieren kann). Item.

Damit ist das erste Highlight schon genannt: Spanien. Wie kann guter Fussball so langweilig sein? Was ist guter Fussball und vor allem: Warum hat der unfehlbare Blog Spanien nicht vorausgesagt? Schlimmer noch: Spanien ist hier explizit als absolut garantierter Nicht-Weltmeister verschrieen worden. Es tut mir leid. – Perdon cabrón!

Das ist selbstredend Wasser auf die Mühlen derjenigen Schweizer, die sich verzweifelt an der Vorstellung festkrallen, der Schweizer Fussball könne auch nur annähernd international mithalten. Ja, die Schweiz hat gegen Spanien gewonnen. Ja, Spanien ist Weltmeister. Nein, die Schweiz hat es nicht weiter als in die Gruppenphase geschafft. One Nation – One Goal. Eine Nation – ein Antitalent, ein kollektives. Aber Leute: Beim Hornussen, da hätten wir’s denen aber gezeigt!

Mit Froonkraisch und England sind zwei Möchtegern-Favoriten früh ausgeschieden, mit Italien auch, und mit der Schweiz eben nicht. Schade war’s. Das Team von Südafrika hat ebenfalls enttäuscht, obwohl der faire Fussballlaie hier zweifelsohne konstatieren darf, dass dem Gastgeber wohl der eine oder andere Anstandssieg ermöglicht hätte werden sollen, und das nicht nur gegen Les Bleus (ist ja keine Kunst, oder). Ja, das war ein schöner Satz. Als ob Sie eine Grillparty schmeissen würden und keiner der Gäste lässt sie mitessen. Nix mit Würstchen.

Und das Wichtigste: FIFA-Gott Sepp Blatter ist auch zufrieden. Entgegen aller Erwartungen ist in Südafrika während der Spiele keine einzige Atombombe detoniert, die Fans waren anständig weil tiefgefroren und – der Sepp hat das vorausgesagt – es fielen so viele Tore wie überhaupt noch nie, weil der Ball aufgrund des niedrigen Luftdrucks so grausam schnell war, sodass sogar Tore gar nicht anerkannt wurden, obwohl eigens dafür sogar Blindenhunde „Es ist ein Tor“ gerufen hätten, wären sie denn ins Stadion eingelassen worden.

Genau: Es war die WM der Schiedsrichter. Und der Optiker. Am Ende, spätestens beim Schlusspfiff sind es ja immer die Männer in Schwarz, die den Sieg gestohlen haben, die das Offensichtliche verhindert haben, die eben alles falsch gemacht haben, was man falsch machen kann. Aber Hand aufs Herz, hier können wir Entwarnung geben:  England wäre auch mit diesem nicht anerkannten Tor ausgeschieden, kläglich. Die Schweiz wäre auch ohne den – übrigens von Berahmi saudumm provozierten – Ausschluss nicht weitergekommen und Bernhard Turnheer wäre auch so pensioniert worden, leider. Oder zum Glück.

Alles in allem können wir uns nach getaner Arbeit zufrieden zurücklehnen und sagen: Was für eine Scheiss-WM. – Die Deutschen waren die besten und die Paellafresser haben den Pot gewonnen. Dumm gelaufen.

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Lasst uns anstossen auf die WM 2014. Und auf die Schiedsrichter. Und ganz wichtig: Auf Sepp Blatter.

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