Tempo, Baby, Tempo!

Es lebe der Temporausch! Wir kennen das Gefühl: Schnell Auto fahren, sehr schnell, sei es auf der Autobahn oder auf der Landstrasse. Es ist fast unbeschreiblich, dieses Gefühl von Geschwindigkeit, von Schnelligkeit. Geil. Mit 220 Km/h auf der Bahn? – Einfach geil. Natürlich blenden wir hier die extremen Gefahren aus. Bewusst.

Was ist es eigentlich, was diese Art des Rausches – es ist ja eine Art Rausch – ausmacht? Was sind die Faktoren des Temporausches?

Ist es die Beschleunigung, die uns in den Sitz drückt und so ein Kribbeln in der Bauchgegend verursacht? Eher nicht, vermutlich. Dann würde ja ausschliesslich die Phase der Beschleunigung den Rausch verursachen. Will heissen: Der Tempoexzess würde sich aus ständigem Beschleunigen und wieder Abbremsen für abermaliges Beschleunigen zusammensetzen. Tut er nicht. Und der Start in einem Flugzeug wurde ja ebenfalls einen Temporausch verursachen, was zumindest bei mir – der ich ja das Mass aller Dinge bin – nicht der Fall ist.

Was ist es dann? Sind es die Effekte, die Anzahl Bilder, mit denen unsere Augen und somit unser Gehirn konfrontiert werden, wenn wir das Umfeld, die Strasse, die Landschaft mit hoher Geschwindigkeit an uns vorbeirauschen sehen? Strasse fressen, wie man so schön sagt? Ist es das? – Vielleicht. Doch dieser Effekt müsste bei einem Videospiel ebenfalls eintreten, bei einer Rennsimulation. Tut er aber nicht, jedenfalls nicht in gleichem Masse.

Ist es die Gefahr, der Adrenalinschub? – Na ja, durchaus möglich. Wobei sich der Körper ja angeblich anpasst, was heisst, dass beim Wiederholen des gleichen, gefährlichen Erlebnisses nicht mehr die gleiche Menge dieses Hormones ausgeschüttet wird. Die Folge davon müsste ja sein, dass der Tempoexzess je länger je mehr an Reiz verlieren würde. Gut, vorerst würde man sich ständig zu steigern wissen, aufgrund der eben besagten Anpassung. Doch irgendwann bringt auch der 5er-BMW nicht mehr Leistung. Für den Raser käme der Zeitpunkt des Abstumpfens. Und er würde dem Tempo abschwören. Und einen Twingo kaufen, vermutlich.

Na ja. Sieht ganz so aus, als würden wir diesem Rätsel hier nicht auf den Grund gehen können. Vermutlich ist es eine Kombination der eben beschriebenen Faktoren. Das Rätsel bleibt also ungelöst, hier, was heissen könnte, dass A) das Thema irrelevant ist für die Rettung der Welt, die ja dieser Blog bekanntlich anstrebt oder B) Rizzitelli die Lösung (noch) nicht parat hat. Wer weiss, vielleicht komme ich in ein paar Wochen darauf zurück, was als ehemaliger Scirocco-Fahrer wohl eine Art Pflicht darstellt (allen, die sich jetzt darüber lustig machen sei gesagt: Selber schuld, wenn ihr eine Welt bewohnt, die von einem ex-Scirocco-Piloten gerettet wird, schlussendlich).

Und, was ich fast vergessen hätte: Vermutlich ist es egal.

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