Avatar – Genau wie Titanic. Nur anders.

Tipp an die Männerwelt: Wenn Sie Ihre Partnerin überzeugen möchten, diesen Film mit Ihnen anschauen zu gehen, dann lautet der absolute Gewinner-Schlüsselsatz „Honey, dieser Regiesseur hat schon Titanic gemacht“. Das klappt. Nein, Sie brauchen Ihre Liebste nicht Honey nennen, ausser Sie sind total bescheuert. Was ja unmöglich sein kann, da Sie ja diesen Blog lesen. Schleimerei. Wer seinen Augen einen Gefallen tun will, der könnte mit dem Blockbuster Avatar gut bedient sein. Tatsächlich glänzt der Film mit fantastischen Bildern und extrem guten Effekten. Die Story (gab es eine Story?) ist so schnell erklärt wie diejenige von Titanic: Ein Schiff sinkt. Nein, ehrlich, ein ausgemusterter US-Marine wird auf einem fernen Planeten in eine der einheimischen Kreaturen transferiert, um das Volk zu infiltrieren und mit den gewonnen Informationen eine Invasion zu ermöglichen. Die Dialoge sind Hollywood-typisch bemüht seicht gehalten, sodass sich der Zuschauer auf den visuellen Teil und auf die Pop Corn konzentrieren kann. Offenbar gibt es in Los Angeles irgendein Gesetz, das sinnvolle Dialoge in Filmen unter Strafe stellt, weshalb Blockbuster vor der Veröffentlichung einem Testpublikum vorgeführt werden, bestehend aus ein paar Petflaschen. Leeren. Egal. Die rund 3 Stunden Spieldauer – schon die Titanic hatte so lange gebraucht um unter zu gehen, oder? – sind natürlich unüblich und bedürfen organisatorischer Vorkehrungen jedes einzelnen Besuchers: Getränke, Pinkelpausen und Nickerchen gut einteilen! Ansonsten: Zurücklehnen und geniessen. Prädikat Empfehlenswert! Also, Stichwort Titanic. Klappt hundertprozentig. Sie brauchen ja nicht erwähnen, dass James Cameron (oder wie der auch heisst) auch ein paar Terminator gemacht hat, die ja übrigens auch sehr überzeugend sind. Titanic, Leonardo Di Caprio, Jöö-Effekt. Bei mir hat’s nicht geklappt.

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4 Antworten to “Avatar – Genau wie Titanic. Nur anders.”

  1. Martin Major Says:

    Eigentlich hatte ich mir schon fast vorgenommen, mir den Film anzusehen. Allerdings ist eine mir bekannte Person an eine „Ausgabe“ des Films herangekommen, und ich habe Ausschnitte davon gesehen. Die wenigen Ausschnitte haben mir die ganze Handlung erklärt – und meine Lust, den Film im Kino zu sehen, war wie weggeblasen.

    Es gibt nun mal keinen Film, bei dem die Form über den Inhalt triumphieren darf 😉

  2. Nikita Bondarew Says:

    Ich finde deine Texte treffend ironisch mit einem Schuss „Bösartigkeit“, seit wir wegen meinem Text:

    Scheiß Schweizer! Zuerst Steueroase – nun Nazi-Paradies!

    http://freidemzen.wordpress.com/2009/11/29/scheis-schweizer-zuerst-steueroase-%E2%80%93-nun-nazi-paradies/

    und deinem, zu dem Thema, gesprochen hatten… 🙂

    Gruß Nikita

  3. daniela kulot Says:

    Super rizzitelli, pointiert formuliert!! Und Herr Major, gestern hatte ich ja noch eine Diskussion, Thema: Form über Inhalt. Ich denke auch, das funktioniert nicht.
    Da gab es die Ansicht, dass die Bilder so überwältigend sind, dass der Inhalt deswegen nicht wichtig ist. Da frag ich mich, ob die 3D-Effekte diese Form lange halten können. Zugegeben, die Pflanzenwelt in diesem Film fand ich schon umwerfend. Aber an das 3D werden wir uns sehr schnell gewöhnen … und was dann?
    Hier der Link zu meinem Blog, auch wenn es nicht genau das Thema ist. Dort läuft auch eine Diskussion:
    http://danielakulot.wordpress.com/2010/01/10/avatar-der-neue-kinohit/

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