Schiessen, töten, morden: Stopp den Killerspielen!

Immer schön in Deckung bleiben. Etwa fünfzehn erwachsene Leute sitzen gebannt vor vier Leinwänden, mit Joypads in den Händen. Wir spielen „Halo3“ auf insgesamt vier vernetzten XBoxen (oder XBoxes?). Es gibt Bier und Chips. Und in einer Gefechtspause sogar Spaghetti. Halo3 ist ein sogananntes Killerspiel. Und diesen Namen verdient es auch. Der Spieler hat zum Ziel, in einer virtuellen Welt Gegner aufzuspüren und zu töten. Recht destruktiv, zugegeben. Schaue ich in die Runde, so sehe ich Leute verschiedenen Alters, verschiedener Herkunft, und die sind alle so unglaublich friedfertig, dass es einem ganz unheimlich wird. Da kann etwas nicht stimmen: Machen doch Killerspiele aggressiv und verwandeln Bünzlis in schiesswütige Monster. Diese elenden Ego-Shooter müssen verboten werden! Wir fünfzehn Leute sollten lieber etwas anständiges machen, zum Beispiel Abhängen am Bahnhof. Ein bisschen Drogen nehmen. Oder andere Menschen treffen und vermöbeln. Apropos vermöbeln: Ich gehe jede Wette ein, keinen einzigen dieser Spieler hätte ich – trotz guten Überredungskünsten – dazu bringen können, mir eins auf die Fresse zu hauen. Alles friedlich. Alles normal. Auch zwei Frauen waren mit dabei, die jedem Gamer-Girl-Klischee trotzten: Junge, hübsche Frauen, die richtig sprechen können. Keine burschikosen Neutren mit bleichem Computerfreakgesicht und Schlabberlook. Aber eben, der Schein muss trügen. Wir sind sicher alle sogenannte Schläfer, die nur auf den richtigen Zeitpunkt warten. Irgendwann schlagen wir zu. Daher ist es auf jeden Fall sinnvoll, Killerspiele aus den Regalen zu verbannen. Sicher ist sicher. Immer schön in Deckung bleiben.

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2 Antworten to “Schiessen, töten, morden: Stopp den Killerspielen!”

  1. Röschu Says:

    Hoi Ritzi

    Super Analyse unseres Gameabends!!!

    Hat auch meinem Mitarbeitergspändli gefallen.

  2. Ada Mitsou Says:

    Ah, ein Angriff auf die Pauschalisierung! 🙂
    In meinen Augen sollte man den Blick nicht nur auf die Spiele richten (abgesehen natürlich von sinnvollen Alterbeschränkungen), sondern auf die Person, die vor dem PC oder der Konsole sitzt. Ein Sündenbock ist schnell herbeigezogen, doch das eigentliche Problem liegt in meinen Augen tiefer und oft auch ganz woanders.
    Wenn man 20 Leuten eine Waffe in die Hand drückt, heißt das nicht, dass jeder sofort abdrückt. Doch wenn einer abdrückt, dann hat da schon lange etwas nicht mehr gestimmt. Bemerkt wird das leider oft zu spät – aus welchen Gründen sei dahin gestellt.

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